.education
       .information
           .fundraising

 

 

 

 

 

Willkommen auf den Seiten der Wood-Report GmbH!

 

Der Spezialist für Bildung und Information rund um das Thema "Holz"

 

English

 

 

Neue Fördermöglichkeiten für F&E in der Holzwirtschaft

Innovationen (Produkte oder Verfahren) sind die Voraussetzung für das Überleben jedes Unternehmens in unserer Wettbewerbswirtschaft. Daher unterstützt die Politik von der regionalen bis zur europäischen Ebene insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei, Forschung und Entwicklung (FuE) zu betreiben. Welche Möglichkeiten es da für die Unternehmen gibt und wie Unternehmen aus der Holzwirtschaft diese erfolgreich genutzt haben, hatte Dr. Kürsten in einem Beitrag für das Holz-Zentralblatt vom 22. März 2013 (S. 297) zusammengestellt und im Mai 2015 aktualisiert:

Beginnen kann es mit einem kostenlosen „Innovationsaudit“, wie es z.B. in Niedersachsen von der NBank angeboten wird: Es werden 35 Unternehmensprozesse durchleuchtet, die Innovationen begünstigen und fördern. Daraus ergibt sich ein Stärken-Schwächen-Profil und es wird festgestellt, wo Handlungsbedarf besteht und wie die Innovationsfähigkeit des Unternehmens erhöht werden kann. - Die NBank hilft dann auch, das passende Förderprogramm zu finden und einreichungsfähige Anträge zu formulieren.

Das Bundesmi­niste­rium für Wirtschaft und Technologie bietet mit dem im April 2015 neu aufgelegten „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) ein für alle Branchen und Themen nutzbares, einfaches und gut strukturiertes Förderpro­gramm an. Das im Jahre 2012 mit dem Sonderpreis Handwerk ausgezeich­nete NUR-HOLZ-Systems für Wand-, Decken und Dachelemente der Firma ROMBACH Bauholz + Abbund GmbH in Oberharmersbach zeigt, dass als Innovation auch eine solide handwerkliche Idee wie ein Hausbausystem mit Vollholzschrauben aus Buchenholz erfolgreich sein kann. - Anträge können hier laufend gestellt werden. Der Zuschuss beträgt zwischen 25% und 45% (je nach Firmengröße und Fördergebiet) der zuwendungsfähigen Kosten für das FuE-Projekt, maximal 350.000 €.

Ziele der nationalen Strategie biobasierte WirtschaftDas Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte den Ideenwettbewerb "Neue Produkte für die Bioökonomie" im Jahr 2013 zunächst als Pilotmaßnahme gestartet. Aufgrund der großen Resonanz und der Qualität der eingereichten  Ideen wird der Ideenwettbewerb nunmehr erneut aufgelegt. Die Förderrichtlinie wurde dabei an die Erfahrungen aus der Pilotmaßnahme angepasst und fortentwickelt. Mit dem Ideenwettbewerb soll eine unkomplizierte Fördermöglichkeit mit einer niedrigen Eintrittsschwelle insbesondere für originelle und neuartige Ideen angeboten werden. Gefördert werden die detaillierte Ausarbeitung von neuen Produktideen für eine bio-basierte Wirtschaft, die Erstellung von Entwicklungsplänen für ihre technische Umsetzung und gegebenenfalls anschließende technische Machbarkeitsuntersuchungen. In der ersten Verfahrensstufe können knapp gehaltene Ideenskizzen zu den Stichtagen 15. August 2015, 15. Februar 2016 und 15. August 2016 beim beauftragten Projektträger eingereicht werden.

Ein neues Verfahren zur Beurteilung der Furnierqualität hilft, den Holz- und Energieverbrauch zu senken.Das Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums richtet seinen Fokus gegenwärtig auf erneuerbare Energien sowie Energie- und Materialeffizienz. Im Rahmen dieses Programms werden Demonstrationsvorhaben in großtechnischem Maßstab – nicht aber Forschung und Entwicklung! -  gefördert, die erstmalig und  mit hoher  Multiplikatorwirkung aufzeigen, in welcher Weise fortschrittliche Verfahren zur Vermeidung oder Verminderung von Umweltbelastungen verwirklicht werden können. In diesem Sinne erhält zum Beispiel die Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG aktuell über 140.000 € für ihr neuartiges Verfahren zur Qualitätseinstufung von Furnieren bei der Sperrholzproduktion. Durch dieses soll der jährliche Verbrauch von circa 25.000 fm um etwa 1.000 fm reduziert werden. Für das eingesparte Rundholz entfallen auch die vorgelagerten Bearbeitungsschritte (Dämpfen, Schälen), wodurch jährlich circa 600.000 kWh Energie eingespart werden können.

Manchmal kann der Blick in vermeintlich fachfremde Programme lohnend sein: So fördert das Forschungsprogramm für Schiffbau, Schifffahrt und Meerestechnik (2011 – 2015) des Bundeswirtschaftsministeriums u.a. die Erschließung neuer Werkstoffe unter Berücksichtigung der Wiederverwertung. Wie wäre es mit einem Projekt zum Einsatz von Holz im Inneren von Schiffen? Vielleicht muss da gar nicht alles aus Stahl sein: „Eine Tonne Masseneinsparung beim Schiff führt überschläglich zu einer Tonne Treibstoffeinsparung pro Jahr.“

Jedes deutsche Bundesland versucht seine Wirtschaft in ausgewählten Bereichen durch allerlei Spezialangebote zu fördern. Informationen dazu findet man über die zuständigen Ministerien und beauftragten Stellen oder über die Förderdatenbank des Bundeswirtschafts­ministeriums (http://www.foerderdatenbank.de/). Vielfach werden dafür landeseigene Mittel zusammen mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) oder dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt. In einen "Verzeichnis der Begünstigten" findet sich zum Beispiel die Electronic Wood Systems GmbH in Hameln, die die Entwicklung einer neuartigen Messanlage zur Bewertung der Qualität von Holzwerkstoff­platten im Jahre 2010 mit 109.890,00 € aus EFRE-Mitteln bezuschusst bekommen hat.

Das Programm „Zukunft und Innovation Niedersachsen“ unterstützt z.B. auch die Vorbereitung von Bewerbungen niedersächsischer Konsortien auf Ausschreibungen z.B. im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes und der Innovationsförderung der EU, um so die Chancen der niedersächsischen Bewerber zu erhöhen und zusätzliche Gelder für großvolumige Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und den Technologietransfer für Niedersachsen zu akquirieren. Die Förderhöhe ist auf 25.000 € begrenzt.

Auch bei der Europäischen Union kann Geld für FuE-Vorhaben beantragt werden: Im HZBl. Nr. 1/2013 (S. 29) wurde jüngst über das von der dänischen Universität Aalborg koordinierte Projekt CLIMAWIN (intelligentes Fenstersystem) berichtet. Hier hat sich die Rauh Fensterbau GmbH aus Zapfendorf mit einer dänischen und einer irischen Firma, sowie einem dänischen Consultingunternehmen, einer portugie­sischen Universität und  dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Stuttgart als Forschungspartnern zusammengetan.

Im neuen 8. Forschungsrahmen­programm der Europäischen Union „Horizon 2020“ wurde ein neues "KMU-Instrument" eingeführt. Das neue Förderinstrument auf europäischer Ebene richtet sich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen mit Wachstumspotenzial, Ideen mit hohem Innovationsgrad und europäisch bzw. international ausgerichteter Geschäftstätigkeit.  Das KMU-Instrument ist aufgegliedert in die drei Phasen:

    Machbarkeit - Von der Idee zum Konzept (Phase 1)
    Umsetzung - Vom Konzept zur Marktreife (Phase 2) und
    Markteinführung - Kommerzialisierung (Phase 3).

In Phase 1 wird eine ökonomische (und gegebenenfalls aus technische) Machbarkeits- oder Durchführbarkeitsstudie pauschal mit 50.000 Euro gefördert. Der Antrag umfasst zehn Seiten inkl. Businessplan. In der Projektdauer von ca. sechs Monaten soll in einer Machbarkeitsstudie die Realisierbarkeit der vorgeschlagenen disruptiven Innovation, beziehungsweise des vorgeschlagenen Konzepts, für Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen überprüft werden - mit Fokus auf die mittelfristige Kommerzialisierung. Als Ergebnis soll ein konkretisierter Businessplan entstehen, der Grundlage einer Bewerbung für Phase 2 ist. Weitere Informationen unter: http://www.nks-kmu.de/foerderung-kmu-instrument.php

Aktuelle allgemeine Ausschreibungen von Horizon 2020 findet man hier.

Bei der Suche nach Innovationen und Partnern für FuE-Projekte ist übrigens das Online-Verzeichnis von Enterprise Europe Network sehr hilfreich, das zum Stichwort „wood“ über 200 (anonyme) Profile in mehr als 30 Ländern (auch außerhalb der EU) auflistet. Das meiste sind Angebote zur Nutzung und Weiterentwicklung technischer Innovationen, außerdem gibt es Anfragen nach Technologien und Kooperationsangebote für gemeinsame Forschungsvorhaben.  

Wood-Report hilft Ihnen gerne bei der Erschließung und Nutzung der genannten Fördermöglichkeiten!

Nützliche Hinweise zum Nutzen und zur Durchführung von EU-Projekten am Beispiel von Interreg IV B finden Sie hier.